22.11.2019
Kommunalwahl 2020: Freie Wähler nominieren Landrat

Landrat Josef Niedermaier stellt sich zur Wiederwahl. Die Freien Wähler stehen geschlossen hinter ihm. Auch ihre Kandidatenliste wird ohne Diskussion angenommen.

Ascholding – Es war sicher keine große Überraschung: Die Freien Wähler nominierten Josef Niedermaier bei der Aufstellungs-Versammlung zur Kreistagswahl am Mittwochabend im Ascholdinger „Holzwirt“ erneut zum Kandidaten für das höchste Amt im Landkreis. Der amtierende Landrat bekam dabei Rückenwind für den anstehenden Wahlkampf. Er erhielt die Stimmen aller 96 anwesenden Bürger.

Da sich die Freien Wähler ja nicht als Partei im eigentlichen Sinn verstehen, konnte jeder mitstimmen, der seit wenigstens drei Monaten seinen ständigen Wohnsitz im hiesigen Landkreis hat und der bei keiner Aufstellungs-Versammlung irgendeiner Partei mitgestimmt hatte. „Ich würde mich unwahrscheinlich freuen, wenn ich’s wieder machen darf“, hatte Niedermaier vor dem Wahlgang betont und deshalb auch selbst für sich gestimmt, um letztlich die glatten 100 Prozent zu erreichen. In seiner Bewerbungsrede für seine angestrebte dritte Amtsperiode führte der Landrat vor allem die gute wirtschaftliche Situation des Landkreises an, den Aufschwung, den die Region in den zurückliegenden zwölf Jahren genommen hat: „Wir haben es geschafft, den Landkreis wirtschaftlich so gesund aufzustellen, dass wir auch handlungsfähig bleiben, wenn einmal die Steuern nicht mehr so sprudeln wie im Augenblick.“

Als überaus „gute Entscheidung“ seines Vorgängers bezeichnete er den Umzug des Landratsamts in die ehemalige Flint-Kaserne. „Dass wir alles unter einem Dach haben, macht sich vor allem beim Aufwand für das Personal überaus positiv bemerkbar. Bei den Personalkosten pro Einwohner liegen wir im hinteren Drittel aller oberbayerischen Landkreise.“ Freilich habe er im Jahr 2002 rund 60 Millionen Euro Schulden von der damaligen Entwicklungs-Gesellschaft übernehmen müssen. „Aber das ist mittlerweile alles zurückbezahlt.“

Die Kreisumlage konnte so auf 47,5 Prozent gesenkt werden. „Da waren wir schon einmal viel schlechter. Mittlerweile liegen wir in allen Vergleichszahlen unter dem oberbayerischen Durchschnitt.“ Doch habe man neben der Schuldentilgung auch kräftig in die Landkreis-Immobilien investiert. Über 20 Millionen Euro in das Tölzer Gymnasium und die Realschule, rund zehn Millionen in die Berufsschule. Jetzt stehe die Generalsanierung des Geretsrieder Schulzentrums an, die bereits angelaufen sei. Nach einem Zehn-Jahres-Plan sollen hier geschätzte 47 Millionen Euro verbaut werden.

Im weiteren Verlauf seiner Rede führte Niedermaier auch die gravierenden Veränderungen im sozialen Bereich an, die Möglichkeiten zur Schaffung neuer Pflegeplätze oder seine Gedanken zum Widerspruch zwischen Flächenfraß und benötigtem Wohnraum. Wahlleiter Michael Bromberger lobte die anwesenden Bürger: Ohne Diskussion und ohne Gegenstimme wurde auch die vom erweiterten Kreis-Vorstand der Freien Wähler ausgearbeitete 60-köpfige Kandidatenliste angenommen. Zum Schluss äußerte die Geretsrieder Ex-Bürgermeisterin Cornelia Irmer die Hoffnung, dass die politische Vereinigung im kommenden Kreistag die größte Fraktion stellt.

Quelle und weitere Informationen: https://www.merkur.de/lokales/wolfratshausen/dietramszell-ort28584/kommunalwahl-2020-freie-waehler-nominieren-landrat-13241135.html